Editorial Juni 2009
Editorial Juni 2009
von: Ralf Makrutzki   

 

Ralf Makrutzki

Europas Wirtschaft befindet sich in der tiefsten Rezession seit mehr als 60 Jahren. Die Wirtschaftsleistung soll nach der Frühjahrsprognose der EU-Kommission um vier Prozent einbrechen. Das bedeutet: Jeder Europäer hat – statistisch gesehen – 1.000 Euro im Jahr weniger in der Tasche. Insgesamt werden in der EU 500 Milliarden Euro weniger erwirtschaftet. Selbst zu Zeiten der Ölkrise, Anfang der siebziger Jahre, als die Bundesregierung Sonntagsfahrverbote verhängte, lag der wirtschaftliche Einbruch bei unter einem Prozent. EU-Kommissar Joaquín Almunia, zuständig für Wirtschaft und Währung, sprach von der „tiefsten und ausgedehntesten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg“ – mit drastischen Folgen: 8,5 Millionen Arbeitsplätze könnten in den nächsten zwei Jahren verloren gehen. Das öffentliche Defizit werde in der EU erheblich ansteigen und im Jahr 2010 wohl über sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. 
Das ist dramatisch und auch Eurocircle in Marseille wird kaum ungeschoren davonkommen, denn wenn sämtliche Steueraufkommen drastisch zurückgehen, wird bei Subventionen wohl wie gewöhnlich zuerst in den Bereichen Soziales, Jugend, Kultur und Europa gespart werden und dummerweise bewegen wir uns genau in dieser Schnittstelle.

 

Schade eigentlich, denn gerade sind wir auf unserem Spezialgebiet, der internationalen Jugendmobilität die N° 1 in Europa geworden; so hat uns die Exekutivagentur der Generaldirektion Erziehung für 2009 bereits bis jetzt mehr als eine halbe Million Euro zur Umsetzung verschiedenster Projekte im Jugendbereich anvertraut. Und eben diese Umsetzung ist abhängig von den verschiedensten nationalen Kofinanzierungen, die zu akquirieren wir gezwungen sind, um Lohn- und Betriebskosten zu finanzieren. Bisher ist uns dies gelungen, da die verantwortlichen MitarbeiterInnen der zuständigen Gebietskörperschaften wie Conseil Général und Régional aber auch Staat (Jugend und Sport) und Stiftungen unsere Arbeit zu schätzen wissen und bereit sind, sie auch anteilsmässig finanziell zu unterstützen. Dafür wollen wir uns an dieser Stelle nocheinmal ganz herzlich bedanken und unserer Hoffnung Ausdruck geben, dieser Krise gemeinsam zu begegnen und sie zu überwinden!!


Und hier nochmal zur Erinnerung: Vom 4. bis 7. Juni 2009 sind 375 Millionen EU-Bürger in Europa aufgerufen, das Europäische Parlament zu wählen. Damit repräsentiert das alle fünf Jahre gewählte Europäische Parlament die zweitgrößte Demokratie der Welt. In Deutschland ist Sonntag, der 7. Juni Wahltag. Bitte hingehen und wählen!!

Wir wählen auch und verbleiben ansonsten mit den besten Grüssen bis zur Sommerdoppelausgabe,


Unterschrift Ralf Makrutzki