Editorial Dezember 2009
Editorial Dezember 2009
von: Ralf Makrutzki   

 

Ralf Makrutzki

Mit ihren Stellenbesetzungen haben die europäischen Staatschefs klargemacht, was sie vom neuen Führungspersonal erwarten:

Es darf mediatisieren, eventuell meditieren – alles, nur nicht repräsentieren (an «regieren» ist nicht einmal zu denken!). Das neue europäische Dreamteam, das sich am Donnerstagabend durch den Pulk von Journalisten schiebt, räumt mit dem Vorurteil auf, dass nur extrovertiert glitzernde Menschen in der Mediendemokratie eine Karrierechance haben.


Der zierliche Herman Van Rompuy und die Baroness Catherine Ashton scheinen von dem Andrang ein wenig überwältigt. Doch als sie dann sprechen, klingen beide sehr unaufgeregt und gelassen. "Wie überrascht ich bin, können Sie daran sehen, dass ich keine vorbereitete Rede habe", sagt die neue europäische Außenministerin. "Ich habe mich nicht um dieses Amt bemüht, aber von heute Abend an werde ich es mit Enthusiasmus ausfüllen", sagt der belgische Ministerpräsident.

Mit der Wahl Van Rompuys haben die europäischen Staatschefs klargemacht, wie sie das nur vage im Lissabon-Vertrag beschriebene neue Amt verstehen:

 

Der neue Ratspräsident soll tun, was er in Belgien schon geübt hat: im Hintergrund Streit schlichten, Kompromisse sondieren und Einigungen vorbereiten, die dann viermal im Jahr in einen möglichst reibungslosen EU-Gipfel münden.
Die Chefs in den nationalen Hauptstädten wollen keinen europäischen Präsidenten, der ihnen die Schau stiehlt. Die Interessen ausgleichende, zwischen großen und kleinen Mitgliedstaaten vermittelnde Funktion ist deutlich wichtiger als der Anspruch, Europa in der Welt mehr Gewicht zu verschaffen.  Das finden wir zwar äusserst bedauernswert, können es aber leider auch nicht ändern.

 

Ändern wird sich im neuen Jahr aber ansonsten so ziemlich alles: Die Adresse unseres Büros in Marseille zum Beispiel: So geben wir nach 14 Jahren unser schönes Büro an «La Plaine» auf, um in eine für unsere auf bald 20 Personen angewachsene Equipe angemessene Unterkunft in der Rue Isoard im 1. Arrondissement umzuziehen, weswegen unser Büro in Marseille in den ersten Januartagen nicht erreichbar sein wird.  Dafür bitten wir schon einmal jetzt um Verständnis!


Ansonsten hoffen wir, unseren Service weiterhin verbessern zu können und wünschen Ihnen eine friedliche und gesegnete Weihnachtszeit, einen schönen Jahresausklang 2009 und uns allen eine weiterhin fruchtbare und erfreuliche Kooperation in einem vereinten, - oder wenigstens überwiegend einigen - Europa!

 

Unterschrift Ralf Makrutzki