| Koch Valéria Bilingual Kindergarten |
|
"Koch Valéria Bilingual Kindergarten" war ein Freiwilligendienstprojekt in Ungarn.
Seit drei Wochen bin ich nun schon in Pécs, einer wunderschönen, lebendigen Stadt im äußersten Süden Ungarns. Neben dem Ruhrgebiet und Istanbul ist sie die dritte Kulturhauptstadt des Jahres 2010. Dementsprechend viel ist hier momentan los. Tanz, Schauspiel, Diskussionen und Vorträge, Konzerte und so weiter und so fort. Nach der Arbeit werfe ich meist erstmal einen Blick in meinen kleinen Kulturveranstaltungsführer und plane dann den weiteren Verlauf des Nachmittags und des Abends, damit ich auch ja nichts verpasse. Das Ziel des Kindergartens ist es, die Kinder mit der deutschen Kultur und Sprache, oder besser der Kultur der Ungarndeutschen, den Nachkommen der Donauschwaben, die sich auch in und um Pécs vor Jahrhunderten niederließen, vertraut zu machen. Wir als Freiwillige aus Deutschland haben nun die Aufgabe, möglichst viel und richtiges Deutsch mit den Kindern zu sprechen. Allerdings ist das zumindest jetzt am Anfang noch ziemlich problematisch, weil nur die älteren Kinder Deutsch verstehen und selbst diese nur auf Ungarisch antworten. Noch hat der Sprachkurs für die deutschen Freiwilligen nicht angefangen. Bislang ist die Kommunikation mit den Kindern also auf wenige Wörter beschränkt. Aber sobald mein ungarischer Wortschatz etwas mehr zu bieten hat als "Jó napot!" (Guten Tag!) und "Nagyon finom!" (Sehr lecker! - diese Vokabel braucht man bei dem unglaublich guten ungarischen Essen unbedingt!), werde ich sicher auch die Geschichten, die mir die Kinder zu erzählen haben, und ihre Bitten und Aufforderungen besser verstehen. Das Gute ist, dass man sich mit den Lütten auch bestens ohne Worte beschäftigen kann. Und so male, bastele, spiele und singe ich viel mit ihnen, bis sie nach dem Mittagessen schlafen gehen und mein Arbeitstag beendet ist. Und so trifft man überall in Pécs immer wieder auf Relikte unterschiedlicher Zeiten, die von fremden Kulturen erzählen. |

