Editorial Februar 2009
Editorial Februar 2009
by Ralf Makrutzki   
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Ralf Makrutzki

Die Tschechische Republik hat am 1. Januar 2009 erstmals die turnusmäßige Präsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Der Wechsel war kaum vollzogen, als Tschechien schon auf den eskalierenden Konflikt im von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen reagieren musste: Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg reiste an der Spitze einer EU-Delegation in den Nahen Osten mit dem Ziel, einen Waffenstillstand zu vermitteln. Tschechien, das der EU 2004 beigetreten ist, übernimmt die sechsmonatige Präsidentschaft in einer für Europa schwierigen Zeit. Eine seiner Hauptaufgaben wird es sein, die Umsetzung des 200 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets zu koordinieren, das während des französischen Vorsitzes im zweiten Halbjahr 2008 von den EU-Regierungschefs beschlossen worden ist. Ganz oben auf der Agenda steht auch die Energiepolitik – für den tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolánek „die Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Anforderungen des Umweltschutzes und der Wahrung der Konkurrenzfähigkeit und der Sicherheit der Energieversorgung in Europa“. Zur Lösung des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine hat Mirek Topolánek als amtierender EU-Ratspräsident für eine Vermittlung gesorgt. In die Zeit der tschechischen Präsidentschaft fallen auch die Wahlen zum Europäischen Parlament.
In Prag hat die tschechische Ratspräsidentschaft zusammen mit der EU-Kommission das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation 2009 offiziell eröffnet. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Krise unterstrichen viele Redner auf der Auftaktveranstaltung, dass die Förderung der Kreativität und Innovation ein Teil der Lösung ist, um die EU für die künftigen Herausforderungen in einer globalisierten Welt fit zu machen.
Die Umsetzung des Europäischen Jahres 2009 in Deutschland wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert. Unterstützt wird das Bundesministerium von der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung.

 

Unterschrift Ralf Makrutzki