L’Ecole de Petits Chemins
Die Schule der kleinen Wege. Oder wie würdet ihr den Titel übersetzen? Nein, unsere Freiwillige war nicht in Frankreich, sondern in Belgien! Pauline hatte es gut erwischt. Sie leistete ihren Dienst in Rochefort südlich von Namur. Eine Schule mit Kindergarten. Nachdem sie alle Klassenstufen mal „ausprobiert“ hatte, hat sie sich für welche entschieden? Lest selbst ihren echt gut geschriebenen Bericht!
Heute vor einem Jahr war ich gerade in den letzten Vorbereitungen für meinen Freiwilligendienst. Damals konnte ich mir noch gar nicht vorstellen, was alles auf mich zukommt.
Voller Aufregung und Neugier bin ich mit all meinen Sachen im Zug nach Belgien gefahren.
Eine der Lehrerinnen, von der Schule, an welcher ich arbeiten sollte, holte mich und noch 2 weitere Freiwillige vom Bahnhof ab. Diese erste Fahrt nach Rochefort werde ich nie vergessen. Vorbei an wunderschönen Feldern mit Kühen, typischen belgischen Backsteinhäusern und ganz vielen Blumen, bis zu dem Haus, welches für 11 Monate mein Zuhause sein sollte.
Die ersten Arbeitswochen waren sehr anstrengend. Es gab viele neue Eindrücke zu verarbeiten, die Sprache zu verstehen und auch generell, wie die Schule funktionierte. Die Kinder und Lehrer empfingen einen aber direkt mit offenen Armen.
Insgesamt waren wir 4 Freiwillige an der Schule und durften uns anfangs ein bisschen ausprobieren in den verschiedenen Klassen, um uns dann später für eine zu entscheiden.
Mir war schnell klar, dass ich bei den Jüngsten, also im Kindergarten helfen wollte. Mir gefiel sehr gut, wie Ihre Tage und Wochen aufgebaut waren. Dienstag war Waldtag, Mittwoch hatten sie Sport, Donnerstag durften immer 2 Kinder ein Thema ihrer Wahl vorstellen und Freitag war Brotbacktag.
Von meiner Organisation aus Belgien wurde mir ein Französischkurs organisiert, welchen ich dann jeden Donnerstag besuchte. So fand ich langsam meine Routine.
An den Wochenenden besuchte ich mit anderen Freiwilligen neue Städte und erkundete so Belgien. Schnell fand ich großen Gefallen an der Hauptstadt des wallonischen Teils Belgiens: Namur.
In meinen ersten Schulferien machte ich dann eine Soloreise durch Belgien und besuchte viele Städte im flämischen Teil (Aalst, Brügge, Gent und Knokke) und auch die Hauptstadt Brüssel.
Im Winter hatte ich ein paar Schwierigkeiten. Da es zu kalt war um Fahrrad zu fahren und Rochefort nicht sehr gut an die Züge angebunden war, mit Bussen die selten fuhren, war es schwierig sich fortzubewegen und Dinge zu unternehmen.
Bei der Arbeit hatte ich auch zum Teil immer noch Schwierigkeiten mit der Sprache und mich so bei den Kindern durchzusetzen. Generell wusste ich noch nicht ganz genau, was meine Aufgaben waren.
Nach den Weihnachtsferien, welche ich mit meinen Freunden und Familie in Deutschland verbracht hatte, startete ich mit neuer Energie ins neue Jahr. Im Januar gingen ein Teil der Freiwilligen und neue kamen, weshalb sich nochmal vieles änderte.
Meine WG wuchs enger zusammen und wir unternahmen viele Dinge gemeinsam. Wir hatten dann auch viele Seminare, in welchen wir nochmal weitere Freiwillige kennenlernten und Freundschaften knüpfen konnten.
In der Schule auf der Arbeit wusste ich auch mit der Zeit besser, welche meine Aufgaben sind. Morgens beaufsichtigte ich die Kinder, spielte mit ihnen und bereitete das Frühstück vor. Nachmittags fing ich an selber Aktivitäten mit den Kindern durchzuführen. Ich bastelte mit ihnen, pflanzte Blumen und sang mit ihnen deutsche Kinderlieder, welche gerade zum Thema passten. Die Kinder waren auch eine tolle Hilfe in Französisch und brachten mir viele neue Wörter bei.
Im Sommer holte ich das Auto meiner Oma aus Deutschland, was meinen Mitfreiwilligen und mir nochmal neue Möglichkeiten eröffnete. Wir blieben dann auch öfter mal das ganze Wochenende über weg und besuchten Städte in Belgien oder auch Nachbarländern wie Frankreich und den Niederlanden. In Belgien gab es dann auch viele Feste und ganz zum Ende auch den Nationalfeiertag mit tollen Events in Brüssel.
Der Abschied von der Schule, war sehr traurig, ich habe die Kinder alle sehr in mein Herz geschlossen und die Vorstellung nicht zu sehen, wie sie sich weiter entwickeln machte mich sehr traurig. Ich weiß aber, dass ich immer an der Schule Willkommen bin und definitiv wieder zu Besuch kommen werde!
Ich bin sehr dankbar, diese Erfahrung gemacht zu haben und kann es wirklich jedem empfehlen, solch einen Freiwilligendienst zu machen. Ich habe wirklich tolle Eindrücke und Erinnerungen sammeln können, welche auch mein Selbstbewusstsein gestärkt haben. Außerdem habe ich so viel gelernt über die Arbeit mit Kindern, andere Kulturen, Menschen, die französische Sprache, mich selbst und auch über Belgien, welches jetzt mein zweites Zuhause ist.
