29 Juni

MFR Balleroy

In Frankreich werden sehr oft Abkürzungen benutzt. Hier im Titel dieses Freiwilligendienstprojekts das oft verwendet „MFR“ bedeutet ausgesprochen „Maison Familiale Rurale“.  Es handelt sich um eine Berufsschule für 14 – 18jährige. Unser Freiwilliger Ole war dort 8 Monate. Hier sein aufschlussreicher Bericht:

 

Hey, ich bin Ole, 18 Jahre alt und ich habe die letzten 8 Monate an einer Schule mit Fokus
auf Landwirtschaft und Viehzucht in dem kleinen Dorf Balleroy sur Drôme in Frankreich
verbracht.
Das liegt in der Normandie im Norden Frankreichs. Es ist eine sehr grüne Region
mit vielen landwirtschaftlichen – und Reitbetrieben, dafür aber nicht so vielen großen
Städten, sondern hauptsächlich kleineren Touristen-Städtchen.
Nicht zu weit von meinem
Arbeitsplatz entfernt befinden sich auch die D-Day Landungsstrände, welche die Küste
säumen. Die größte Stadt in der Nähe ist Caen mit 100.000 Einwohnern. Außerdem sind
Bayeux und St Lô nicht weit entfernt, beides eher Kleinstädte.
Ich komme aus Berlin, daher war der Wechsel von Großstadt aufs Land durchaus sehr interessant, auch wenn ein bisschen Zeit zur Eingewöhnung nötig war.

Die Schule, an der ich meinen Freiwilligendienst absolviert habe, ist die “Maison Familiale de Balleroy“, kurz MFR. Dabei handelt es sich um eine Schule für Schüler mit Schwierigkeiten in herkömmlichen Schulen und/ oder Interesse an landwirtschaftlichen Berufen oder solchen in Verbindung mit Reiten und Pferdezucht. Die Klassen verbringen jeweils eine Woche im Internat in Balleroy und danach 1 – 2 Wochen in Internships, wo sie praktisch arbeiten und sich so für eine spätere Ausbildung qualifizieren.
Zusammen mit einer italienischen Freiwilligen habe ich mich mit den Schülern von 14 bis 18 Jahren beschäftigt, Unterricht für sie geplant, daran teilgenommen und viele verschiedene Projekte veranstaltet.

Wir haben uns oft bei den Englischstunden eingebracht, da das Fremdsprachenniveau der
Schüler im Grunde nicht über Basisvokabeln in Englisch hinausging. Dadurch wurden wir
auch passiv gezwungen, schneller Französisch zu lernen, also in der Hinsicht ein Vorteil. Wir haben auch viele andere Klassen zusammen mit den Lehrern unterrichtet, wie zum Beispiel Politik und Sport und dabei auch einiges Neues über die Region und Frankreich gelernt.
Jeden Donnerstag hatte ich außerdem einen Französischkurs in der Nachbarstadt Bayeux,
wo ich mein Schulfranzösisch ein bisschen auffrischen konnte. Den Großteil meiner
Fortschritte habe ich jedoch beim Sprechen im Alltag gemacht, da man so viel besser die
Umgangssprache und Alltagsvokabeln lernt.
Meine Freizeit habe ich hauptsächlich damit verbracht, die Normandie zu besichtigen und Ausflüge mit den zahlreichen anderen Freiwilligen zu unternehmen. Das Wetter wechselte ab April – Mai auch von grau und regnerisch zu sonnig und angenehm, was in der sehr naturlastigen Region deutlich mehr Aktivitäten ermöglichte.

Persönlich konnte ich die Zeit auch gut zum Reflektieren benutzen, hauptsächlich über mein Studium und die weitere Zukunft, auch dafür war der Tapetenwechsel sehr hilfreich. Generell hat mir diese Erfahrung sehr gefallen und mich weitergebracht, beziehungsweise mir ermöglicht noch vor dem Studium und dem folgenden Arbeitsleben ein bisschen ein anderes Land und eine andere Kultur zu erkunden. Ich habe außerdem viele tolle und interessante Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt und hatte in 8 Monaten genug Zeit Freundschaften zu schließen und Kontakte aufzubauen, die man auch länger als die Dauer des Projektes halten kann. Im Großen und Ganzen also eine super Erfahrung, die ich jedem empfehlen würde.