Flers Agglo
Unsere Freiwillige Marie hatte es in die Normandie verschlagen. Genauer gesagt nach Flers. Hierhin und die weitere Umgebung entsenden wir häufig und haben eigentlich auch immer einige Freiwillige in der Gegend. Es wird also nie langweilig und weil Flers sehr günstig liegt, kommt man überall zügig hin. Hier Maries Bericht!
Wie kommt man auf die Idee in ein Land zu gehen, wo man die Sprache nicht kann, die Leute nicht kennt und nicht weiss wo genau man arbeiten wird?
Diese Frage stellen sich bestimmt viele die darüber nachdenken nach dem Abitur ins Ausland zu gehen. Ich selbst wollte schon immer nach meinem Abitur ins Ausland, hatte jedoch auch Angst wie es werden wird und wie ich mich alleine zurechtfinden werde. Letztlich bin ich in Flers gelandet, einer Kleinstadt mitten in der Normandie.
Ich selbst komme aus einem kleinen Dorf, weshalb Flers für mich perfekt war. Ich weiss jedoch auch, dass meine Mitbewohnerinnen aus grossen Städten kommen und manchmal Probleme oder ehrlich gesagt Langeweile in der Stadt verspürten. Das muss einem auf jeden Fall vorher bewusst sein.
Als kurze Einordnung kann man sagen, dass Paris ungefähr 3 Stunden entfernt ist, der Strand ca.1 Stunde und historisch, sehenswerte Städte wie Caen auch ungefähr eine Stunde. Wenn man gerne in der Natur ist, gibt es unendlich viele Rad-oder Wanderwege.
In der Stadt selbst haben wir in einem Apartment gelebt in welchem wir uns die Küche, das Wohnzimmer und das Badezimmer geteilt haben und jeder sein eigenes Zimmer hatte.
Das hat von Anfang an sehr gut geklappt.
Wir konnten zusammen in der Küche etwas kochen oder im Wohnzimmer einen Film schauen und trotzdem konnte man sich auch ins Zimmer zurückziehen, wenn man mal alleine sein wollte.
Ich habe mit einem gleichaltrigen Mädchen aus Deutschland zusammengewohnt, mit welcher ich mich aufgrund der Sprache und des selben Alters von Anfang an sehr gut verstanden habe. Zudem haben wir mit einem 29-jährigen Mädchen aus Spanien zusammen gewohnt und in der Stadt auch noch eine Freiwillige aus Ungarn kennengelernt.
Dadurch war es immer eine gemischte Runde, in welcher wir uns immer über unsere einzelnen Heimatländer, unsere Fortschritte in Frankreich und vieles weitere unterhalten konnten.
Letztlich kann ich euch noch etwas über unsere Arbeit erzählen.
Die beiden Mädchen haben zusammen gearbeitet und ich alleine bei einer anderen Arbeit. Über meine eigene Arbeit kann ich nur positive Aspekte verlieren.
Ich habe im «Maison d’activité Saint-Michel» gearbeitet.
Diese Aktivitätszentren kenne ich so aus Deutschland nicht, sind aber weitestgehend dafür da, die Bewohner eines Quartiers, die unter ärmeren Umständen leben, durch Animationen, Events und Programmen während der Ferien zu unterstützen.
Es gab die Sportschule, welche jede Woche unterschiedliche Sportangebote für Kinder angeboten hat, Aktivitäten für Jugendliche während der Ferien und Famillienprogramme wo zum Beispiel Kochateliers oder Gärtnerei auf dem Plan standen.
Die ersten paar Monate waren etwas eintöniger, was aber hauptsächlich daran lag, dass ich mit kaum Kenntnissen der französischen Sprache angekommen bin. Dadurch habe ich die erste Zeit vor allem damit verbracht die Sprache zu lernen und die Projekte des Zentrums kennenzulernen. Ich bin der festen Ueberzeugung, dass man, wenn man mit mit besseren Sprachkenntnissen nach Frankreich geht, auch schneller selbstständig arbeiten und bei den Events helfen kann. Nach ungefähr drei Monaten konnte ich mich dann für einen Schwerpunkt entscheiden und dort die nächsten Monate arbeiten.
Aus meiner persönlichen Erfahrung, kann ich sagen, dass die ersten Monate auf jeden Fall anstrengend werden, was komplett normal ist, wenn man bedenkt, dass sich euer komplettes Umfeld verändert. Doch auch wenn ihr keine Französischkenntnisse habt und das Gefühl habt, deshalb das Projekt nicht antreten zu können, kann ich euch beruhigen. Alle auf meiner Arbeit hatten extrem viel Verständnis mit meiner Sprache und haben mich beim Lernen unterstützt. Für mich war das Erlernen der Sprache auch alles andere als leicht, aber am Ende verbessert ihr euch extrem schnell und könnt stolz auf den Fortschritt sein.
Zudem sammelt ihr Arbeitserfahrung, werdet selbstständiger dadurch, dass ihr alleine lebt und für Dinge wie Einkaufen alleine zuständig seid und letztlich lernt ihr durch Seminare und Co Leute aus ganz Europa kennen und sammelt Freunde.
Vor allem wenn ihr nicht genau wisst was ihr nach der Schule machen wollt, kann ich euch einen Auslandsaufenthalt nur sehr empfehlen, um euch klar zu werden, was ihr später machen wollt und worin eure Stärken und Schwächen liegen.
