28 Feb.

Voluntariado Europeu 2023/24 “People&Planet”

Unsere Freiwillige Laura war im schönen Portugal. Genauer gesagt in Santa Maria da Feira. Hm… ah, das liegt leicht südlich von Porto und gar nicht so weit weg vom Atlantik. Sie hat es ganz gut erwischt, da das Projekt sehr vielfältige Tätigkeiten bereit hielt und sie mit vielen anderen Freiwilligen aus allen möglichen Ländern zusammenkam. Aber mal sehen, was sie schreibt…

 

Im Juni 2023 habe ich mein Abitur gemacht. Danach wusste ich, ehrlich gesagt, erstmal
nicht wohin mit mir. Ich habe mich weder bereit gefühlt zu studieren, noch wollte ich in
Deutschland bleiben.

Schon während der Schulzeit habe ich mir überlegt, dass ich nicht nur ins Ausland
möchte, sondern etwas Aktives tun möchte, wo ich meine Interessen näher erforschen
kann. Da kam das Europäische Solidaritätskorps genau richtig!

Über das ESC Portal habe ich mich Ende August 2023 für mein Projekt „Planeta &
Pessoas“ in Santa Maria da Feira, Portugal, beworben. Dort habe ich die letzten 8
Monate in einem Haus mit Freiwilligen aus Frankreich, Italien, Türkei und Aserbaidschan
gewohnt.
Mein Projekt hat mich vor allem durch seine Diversität (mehrere Projekte in einem
Projekt) überzeugt. Meine langfristigen Projekte waren beispielsweise das Arbeiten im
Tierheim, in der Reittherapie mit autistischen Kindern, in einem Upcycling-Atelier und in
einer weiterführenden Schule als Assistenzlehrerin einer Englisch-Klasse.
Neben den regelmäßigen Einsätzen hatten wir die Möglichkeiten in vielen kurzfristigen
Projekten mitzuwirken. So habe ich zwischen Februar und April zum Beispiel geholfen,
ein Kinder-Camp zum Thema Emotionale Intelligenz und Diversität zu organisieren! Oft
durften wir auch die Mitarbeiter bei ihren Projekten unterstützen, z.B. bei Global
Citizenship Education Workshops in Schulen oder in der Resourcenbank unserer
Organisation. Es wäre zu viel, alle Projekte und Erfahrungen aufzuzählen, die ich in den in
Monaten erleben durfte, aber es ist sicher, dass für jeden von uns Freiwilligen etwas
dabei war!

Jede Woche haben wir uns mit unserer Ansprechpartnerin getroffen und haben unser
„Weekly Meeting“ abgehalten, wo wir die Woche reflektiert und diskutiert haben, über
Probleme sprechen konnten und die nächste Woche und anstehende Projekte geplant
haben.
Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, wie bedacht unsere Koordinatorin und
auch die anderen Mitarbeiter waren, dass es uns gut geht und wir eigene Ideen in
Projekte mit einbringen können.

Ich habe Portugal als ein unglaublich vielseitiges Land kennengelernt. Nicht nur das
Essen, auch das Klima ist im Süden und Norden so unterschiedlich wie Tag und Nacht!
Da ich im Norden gelebt habe, konnte ich auch ein Blick auf das „raue“ Portugal werfen.
Obwohl das Wetter deutlich regnerischer und windiger ist, gibt es dort wunderschöne
Wälder und Strände! Ich finde es schade, dass es die meisten Urlauber nur in den Süden
Portugals zieht, da es so viel unberührte Natur und Kultur im Norden gibt…
Die Portugiesen haben es mir leicht gemacht sich an ihre Kultur zu gewöhnen, da alle
sehr freundlich und einladend sind. Sie erzählen dir gerne etwas über ihre Kultur und
Traditionen und freuen sich mindestens genauso, wenn du ihnen etwas über dich und
deine Kultur erzählst!
Mit der Sprache hatte ich etwas zu kämpfen, da in unseren Projekten viel Englisch gesprochen wurde und ich, trotz Portugiesisch-Unterricht, lange gebraucht habe, um beim schnellen Sprechen der Portugiesen mitzukommen.
Zusammen mit den anderen Freiwilligen, habe ich eine Menge Ausflüge nach Porto
(30km Entfernung), Lissabon und andere Städte unternommen! Da Portugal relativ klein
ist, konnten wir in der „kurzen“ Zeit viele Städte entdecken. Ich denke gerne an unseren
Auslug nach Nazaré zurück, wo wir WSL-Surfern zugeschaut haben, wie sie die
Monsterwellen (15-20m Höhe) im Rahmen der Nazaré WSL Surf Challenge, bezwungen
haben!
Die anderen Freiwilligen sind in dieser Zeit enge Freunde geworden, von denen ich viel
lernen durfte und mit denen ich eine Menge erlebt habe.
Nun bin ich wieder zu Hause und merke, dass ich in der Zeit viel über mich selbst aber
auch über interkulturelle Vielfalt, Toleranz und über das Geschenk von internationalen
Freundschaften gelernt habe. Mir hat diese Erfahrung einen Weg geebnet, den ich in
Zukunft verfolgen möchte!
Motivation, Neugier und Mut die Komfortzone zu verlassen sind die drei wichtigsten
Eigenschaften, die für mich zu dieser Erfahrung dazugehört haben. Daher ist mein Rat an
alle, die ebenfalls einen ESK-Dienst machen möchten: nutzt die Gelegenheit etwas über
euch selbst, eine andere Kultur und andere Menschen zu erfahren! Stellt Fragen und
hört auf Empfehlungen von Einheimischen, so entstehen wirklich die schönsten
Erfahrungen!
Ich bin sehr dankbar, dass ich diese für mich positive und wegweisende Erfahrung
machen durfte!