29 Juni

Intercultural learning of children

Unsere Freiwillige Sibylla war in Ungarn. Genauer gesagt im schönen Pécs. Eine Stadt mit ca. 140.000 Einwohner:innen und eine der ältesten Städte Ungarns. Sie war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort.
Eigentlich wollte Sibylla nach Spanien, aber wie es dann manchmal so kommt… hier ihr toller Bericht!

 

Ő német. Csak németül beszél – eine unvergessliche Zeit in Ungarn

Szia!
Ich heiße Sibylla und bin 19 Jahre alt. Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich zugesagt, dass ich in Ungarn meinen ESK-Freiwilligendienst absolvieren werde.
Um ehrlich zu sein wollte ich zuerst gar nicht nach Ungarn. Ursprünglich wollte ich nach Spanien.
Aber wie das Leben so spielt, bin ich letztendlich eben in Ungarn, Pécs gelandet und besser hätte es nicht laufen können.
Dort habe ich 10 Monate zusammen mit vier anderen Freiwilligen (deutsch/österreichisch) gelebt und in einem deutsch-ungarischen Kindergarten gearbeitet, wo wir den Kindern Deutsch beibringen sollten.
Jetzt bin ich wieder zurück in Deutschland und will ich euch ein bisschen über meinen Aufenthalt berichten.

Erstmal zur Arbeit: wir konnten entweder in der Vormittags- oder Nachmittagsschicht arbeiten, also von 8:00 -ca. 13:30 oder von 10:30 – 16:30.
Unsere Arbeit bestand hauptsächlich darin, dass wir mit den Kindern gespielt haben. Ein bisschen haben wir aber auch bei anderen Kleinigkeiten im Kindergarten geholfen wie zum Beispiel die Betten für den Mittagsschlaf der Kinder bereitstellen, beim Essen austeilen helfen und bei bestimmten Anlässen etwas Kleines für die Kinder vorbereitet so zum Beispiel eine Station für eine Rallye im Kindergarten.
Es war sehr angenehm, dass alle Erzieherinnen recht gut Deutsch gesprochen haben, so dass wir zu jeder Zeit nachfragen konnten, wenn wir wissen wollten, was die Kinder auf Ungarisch gesagt haben oder wenn wir sonst irgendein Anliegen hatten. Je nach Jahreszeit haben wir mehr oder weniger Zeit draußen auf dem Hof verbracht.
Spät am Nachmittag sind wir dann entweder hoch in ein gemeinsames Spielzimmer gegangen oder in die Turnhalle, damit sich die Kinder nochmal austoben konnten.
Wir durften bei eigentlich allen Ausflügen (Zoo, Zugfahrt durch die Stadt, Ausflug zu einem Spielplatz, etc.) mitgehen, was immer sehr schön war.
Am Anfang war es zugegebenermaßen ein bisschen schwierig mit den Kindern zu kommunizieren, weil einige noch nicht viel Deutsch konnten und einen dann meistens nur fragend angeschaut oder ignoriert haben, wiederum andere hat es regelrecht genervt, wenn man Deutsch gesprochen hat, weil sie es nicht verstanden haben.
Doch mit der Zeit hab ich die Kinder kennengelernt und sie mich, das heißt, ich war keine Fremde mehr für sie und wusste in etwa bei wem was funktionieren würde.
Ich glaub es ist wichtig, dass man sich da nicht zu viel Druck macht, mit, wie viel habe ich den Kindern schon beibringen können, denn oft ist es währenddessen nicht so ersichtlich wie viel die Kinder eigentlich schon gelernt haben.
Erst gegen Ende ist mir aufgefallen, dass bei den Kindern doch einiges hängen geblieben ist einfach dadurch, dass wir fast jeden Tag mit ihnen gespielt haben und immer auf Deutsch gesprochen haben.
Ein Highlight an der Arbeit im Kindergarten war auch die Leiterin des Kindergartens, die wahnsinnig lustig und locker war und immer ein offenes Ohr und Verständnis für uns hatte.

Was aber (zumindest für mich) am wichtigsten war, war die Freizeit, denn da konnte ich viele neue Leute kennenlernen von überallher, aber auch im generellen Dinge über mich und das Leben realisieren.
Zugegebenermaßen hatte ich in meiner Freizeit kaum etwas mit Einheimischen, also Ungaren zu tun, sondern war entweder in der Freiwilligen Bubble oder International Students Bubble unterwegs.
Es gab nämlich viele internationale Studenten und noch einige andere ESK-Freiwillige in Pécs. Vor allem zusammen mit den verschiedenen Freiwilligen haben wir viel unternommen und es haben sich tolle Freundschaften entwickelt, die hoffentlich ein Leben lang bestehen bleiben können.
Pécs ist eine wunderschöne Stadt mit vielen Bars, die alle einen einzigartigen Vibe jeweils haben und wo wir immer gerne Zeit verbracht haben. Die Innenstadt zieht sich über eine lange Fußgängerzone hinweg, wodurch Pécs gar nicht so groß wirkt wie es eigentlich ist, was für mich perfekt war.
Und auswärts Essen gehen ist in Ungarn wesentlich günstiger als in Deutschland, weswegen wir das auch des Öfteren Mal gemacht haben.

Ich hatte eine wundervolle Zeit mit unglaublich schönen Erinnerungen und ich konnte auch viel dazu lernen einfach aufgrund dessen, weil man so viele unterschiedliche Menschen trifft, die einem immer wieder einen neuen Blick auf die Welt ermöglichen konnten. Mir ist auch klar geworden, dass es für mich sehr gut war, dass ich andere Mitfreiwillige hatte in meinem Projekt. Denn dadurch konnte ich diese einmalige Erfahrung mit anderen teilen und mich mit ihnen auf einer ganz anderen Ebene verbunden fühlen.
Und es war auch echt eine gute Idee, dass ich zumindest ein bisschen Ungarisch gelernt habe, da es echt nochmal geholfen hat den Kindern mehr beizubringen, da ich oft in etwa verstehen konnte, was sie sagen. Und mit ein bisschen meine ich wirklich ein bisschen. Offiziell habe ich nur die Hälfte von A1, aber das reicht wirklich allemal aus.
Jetzt muss ich mich erstmal wieder daran gewöhnen, dass die meisten Läden sonntags zu haben und dass ich überall wieder Deutsch sprechen kann und mich nicht mehr mit gebrochenen Ungarisch durchschlagen muss.
Wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, könnt ihr mich sehr gerne auf Insta anschreiben: billa_lucia
Ich hoffe ihr findet, dass passende Projekt für euch, und ich wünsch euch eine unvergessliche Zeit, denn die werdet ihr haben.
Szia!