06 Aug.

Museum in Łódź

Tja, der Titel des Projektes verrät es eigentlich schon worum es geht: Wir hatten eine Freiwillige im Museum in Łódź! Wer es nicht weiß, das liegt in Polen und zwar ziemlich genau in der Mitte von Polen. Eine sehr schöne Stadt und unsere Freiwillige Rosina mittendrin. Die polnischen Städte sind ja seit geraumer ziemlich angesagt bei jungen Leuten. Mal sehen was Rosina so zu berichten hat:

 

„Theo, wir fahr’n nach Lodz! …“

Das Lied von Vicky Leandros war so ziemlich das Einzige, was ich, oder irgendwer dem ich vor meiner Abreise erzählt habe, wo ich das nächste Jahr verbringen würde, mit meiner Zielstadt assoziierte.
Es war für mich also wirklich ein Aufbruch ins Unbekannte.
Umso schöner, dass ich meinen Freiwilligendienst dann so sehr genossen habe.

Zu den Details: ich war 11 Monate als Freiwillige im Projekt „Energy – Creativity – Solidarity!“ aktiv.
Mein Einsatzort war dabei das Archäologische und Ethnographische Museum Łódź, betreut und mitkoordiniert wurde ich aber gemeinsam mit 16 anderen Freiwilligen von 3Piętra, einer NGO im Bereich der Zivilgesellschaft.

Das Museum, in dem ich half, war zum ersten Mal Partner im Projekt. Es gab schon eine kleine Eingewöhnungsphase zu Anfang, aber ansonsten hätte man das nicht bemerkt. Ich hatte immer das Gefühl, wirklich mitzuhelfen, langweilte mich selten und konnte mich gut einbringen (mit eigenen Workshops und Präsentationen zu selbst gewählten Themen).
Mindestens genauso wichtig war unser Miteinander in der Gruppe aus Freiwilligen, die sich
regelmäßig traf.
Dadurch habe ich mich nie wirklich alleine gefühlt, auch wenn wir aus sehr verschiedenen Ländern kamen (was ich übrigens immer eher als Bereicherung sehen würde). Es hat bei uns einfach geklickt, zumindest größtenteils, und ich bin sehr dankbar für die vielen Freunde, die ich aus meinem Jahr in Łódź mitnehme.

Und auch wenn ich Łódź davor nicht kannte, ist es die viertgrößte Stadt Polens. Für mich als Landei vom unterfränkischen Dorf war der Umzug also auch in der Hinsicht eine Umstellung. Es hat mir viel Spaß gemacht, durch die Kinos, Museen, Bibliotheken und Cafés der Stadt zu ziehen oder bei den vielen Kunst- und Designmärkten die Werke oft lokaler Kreativer zu bewundern und ein paar einzigartige Souvenirs zu erwerben.
Einzigartig wie diese Stadt, die hauptsächlich durch die Textilindustrie ab der Industrialisierung geprägt ist und deren sehenswerteste Orte die alten, wundervoll umgenutzten Backsteinfabriken sind. Und auch für Reisen über die Stadtgrenzen hinweg ist Łódź ideal – aus der Mitte Polens erreicht man den Rest des Landes in der Regel in
unter 5 Stunden per Zug oder Bus.

Für mich war der Freiwilligendienst ein voller Erfolg und ein Beweis, dass es sich lohnt, sich auch mal etwas zu trauen und den eigenen Horizont zu erweitern.