09 Nov

Solund volunteer center

„Solund volunteer center“ war ein Freiwilligendienstprojekt in Norwegen. Genauer gesagt in Solund in einer wirklich sehr einsamen Gegend. Unsere Freiwillige Mohini war dort für ein ganzes Jahr. Hier ihr ausführlicher und sehr ansprechender Bericht nach 2 Monaten:

Ein großes Hallo aus Norwegen, genauer gesagt aus Solund, der westlichsten Gemeinde Norwegens, mit 800 Einwohnern und 1800 kleinen und großen Inseln!

Ich verbringen meinen EFD in einer kleinen und abgeschiedenen Gemeinde an der Westküste, 3 Stunden nördlich von Bergen. In dieser lebhaften Gemeinde bin ich in der Frivilig Sentralen angestellt. Das ist eine Organisation der Gemeindeverwaltung und koordiniert die Freiwilligenarbeit. Das heißt verschiedene Arbeitsstellen, wie die Schulen,der Kindergarten oder das Altenheim werden angefragt, ob sie Hilfe brauchen. Dementsprechend sind meine Aufgaben sehr vielfältig unjd abwechslungsreich. Zusammen mit einem weiteren Freiwilligen, Jonathan aus England, werde ich überall dort eingesetzt, wo Hilfe gebraucht wird. Mitentscheiden darf ich natürlich trotzdem!
Momentan arbeite ich in der Grundschule und in der Mittelschule als Assistent für den Kunstunterricht, den Sport und den Deutschunterricht. Außerdem leite ich einen Wassergymnastikkurs für die Erwachsenen und eine kleine Sportstunde für die 3- bis 6-Jährigen.
Außerdem hat die Frivilig Sentralen einen Secondhandshop im Dorfzentrum eingerichtet, der gleichzeitig auch sozialer Treffpunkt ist, da wir dort Waffeln (Nationalgebäck) und Kaffe (Nationalgetränk) verkaufen.
Außerdem richten wir immer wieder einen Lunch aus oder ein Sprachcafe für Ausländer um Norwegisch zu sprechen oder um über die vielen Aktivitäten zu informieren, die wir hier in Solund haben.
Und davon gibt es nicht wenige! Egal ob Volleyball, Badminton oder Schwimmen, abends ist im Sportzentrum immer was los! Aber auch Seniordans oder Wandern in Gruppen gibt es im Angebot für Bewohner allen Alters.
Was mein Projekt aber wirklich einzigartig und abwechslungsreich macht ist ein Mann, der als Einsiedler auf einer kleinen Insel wohnt.
Er ist ein ehemaliger Lehrer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat das alte Küstenleben fern ab von Technik zu bewahren. Zusammen mit einigen Freunden hat er die Insel vor einigen Jahren gekauft und lebt seitdem alleine mit 16 Schafen und einer Katze auf der Insel, die in einer halben Stunde zu umrunden ist.
In der Sommerzeit lädt er Schüler oder Studentengruppen auf seine Insel ein, dann wird mit alten Booten gesegelt, gefischt, geangelt oder Kajak gefahren. Es ist ein Projekt um die Nähe zur Natur und zum Wasser aufrecht zu erhalten und den jungen Leuten Selbstständigkeit und Eigenverantwortung näherzubringen. Sie schlafen in Zelten oder in Hütten und versorgen sich selbst. Unsere Aufgabe als Freiwillige ist es, Roar zu helfen, während dem Aufenthalt der Jugendlichen. Ansonsten kommen wir einmal die Woche zu ihm und helfen ihm mit allen anderen Arbeiten, die so anfallen. Es gibt also eigentlich immer was zu tun, wenn wir bei ihm sind.

Dennoch ist es hier bei uns sehr entspannt. Es hört sich erst einmal sehr stressig an, aber meine Inselbewohner legen immer eine große Entspanntheit an den Tag. Für einen kleinen Schwatz und natürlich eine Tasse Kaffee ist wirklich immer Zeit.

Ich teile mir mit dem anderen Freiwilligen und einem jungen Mann und seiner Frau aus den Philippinen eine sehr schöne, geräumige Wohnung im größten Dorf der Gemeinde. Wir wohnen in einer Wohngegend mit vielen jungen Familien und kleinen Kindern, deswegen ist unser neuer Spielplatz in der Siedlung bei schönem Wetter auch immer gut besucht.

Ich bin unglaublich glücklich mit meinem Projekt, da es sehr abwechslungsreich und spannend ist, außerdem fühle ich mich in der Gemeinde sehr willkommen und wenn mal die erste Zurückhaltung der Norweger weggelächelt ist, lernt man die Inselbewohner auch sehr gut kennen!
Leider gibt es kaum Leute in unserem Alter, da alle über 16 wegziehen müssen, um die weiterführende Schule besuchen zu können oder studieren. Meistens bin ich also mit Menschen über 30 oder unter 16 Jahren zusammen. Allerdings ist Bergen nicht weit weg und es gibt ja noch ganz viele EFD Freiwillige, die man besuchen kann oder umgekehrt.

Nach genau 2 Monaten kann ich also nur sagen, dass mein Projekt „Dorfinselleben“ sehr gut anläuft und ich mich sehr wohl fühle hier!

http://www.youthreporter.eu/benutzer/mohini/